Für Mehrfachagenten im Strukturvertrieb

Vom Vertriebspartner
zum eigenen Unternehmer.

Wer heute als Mehrfachagent für einen Strukturvertrieb arbeitet, leistet meist hervorragende Beratungsarbeit — baut den nachhaltigen Vermögenswert daraus aber für jemand anderen auf. Der Wechsel zum eingetragenen Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 Nr. 2 GewO verändert diese Gleichung grundlegend.

Ein Projekt der NWF Finanz Consulting GmbH & Co. KG, Osnabrück

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Sachwalter des Kunden
Voller Marktzugang
Eigener Bestand
Verkäuflicher Wert
Status  ·  Wechsel
Heute
Mehrfachagent
§ 84 ff. HGB · Sachwalter des Versicherers
Ziel
Versicherungsmakler
§ 93 HGB · § 59 VVG · Sachwalter des Kunden
Wert des Bestands beim Ausstieg
~ 2,0 – 3,5× Jahrescourtage
statt typischerweise 0 € im Strukturvertrieb
~600
Versicherer am deutschen Markt zugänglich
1,5–2,5×
Mehr Netto-Marge pro Vertrag
6–12
Monate berufsbegleitend bis zum Wechsel
§ 34d (2)
Erlaubnis als Versicherungsmakler
Die rechtliche Grundlinie

Im Lager des Versicherers —
oder im Lager des Kunden.

Mehrfachagent und Makler sehen sich oberflächlich ähnlich: beide vermitteln Versicherungen, beide brauchen die Erlaubnis nach § 34d GewO, beide arbeiten provisionsbasiert. Tatsächlich aber stehen sie rechtlich auf entgegengesetzten Seiten des Vertragsverhältnisses.

Status quo

Mehrfachagent

§ 84 ff. HGB · § 34d Abs. 1 Nr. 1 GewO
  • Handelsvertreter, vertraglich gebunden an die Versicherer mit Agenturvertrag
  • Tritt rechtlich im Lager des Versicherers auf — wahrt dessen Interessen
  • Beratung im Rahmen der eigenen Anbieterauswahl — meist 5–15 Häuser
  • Bestand regelmäßig dem Versicherer oder der Organisation zugeordnet
  • Karriere und Vergütung folgen der Hierarchie der Vertriebsstruktur
Die Alternative

Versicherungsmakler

§ 93 HGB · § 59 Abs. 3 VVG · § 34d Abs. 1 Nr. 2 GewO
  • Sachwalter des Kunden — ständige Rechtsprechung des BGH
  • Frei von Versicherern — vertraglich an den Kunden gebunden (Maklervertrag)
  • Voller Marktzugang über Pool- und Direktanbindung — praktisch alle Anbieter
  • Eigener Bestand als bilanzierbares Unternehmensvermögen
  • Keine Hierarchie, keine Karrierestufen — eigener Unternehmer mit voller Marge
Auf einen Blick

Zehn Kriterien, ein klares Bild.

Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen Unterschiede nüchtern gegenüber — ohne Wertung. Die wirtschaftliche Tragweite jedes einzelnen Punktes erklären wir im nächsten Abschnitt.

Kriterium Mehrfachagent Versicherungsmakler
RechtsstellungSachwalter des VersicherersSachwalter des Kunden
Anbieterauswahl5–15 Versicherer mit AgenturvertragPraktisch der gesamte deutsche Markt
Vergütung pro VertragHierarchisch verteilt über KarrierestufenVolle Courtage direkt vom Versicherer/Pool
HonorarberatungNicht zulässigMit § 34h GewO zusätzlich möglich
BestandseigentumBeim Versicherer / der OrganisationUnternehmensvermögen des Maklers
VerkäuflichkeitRegelmäßig nicht eigenständigJederzeit als Asset- oder Share-Deal
DatenhoheitHäufig bei der OrganisationVollständig beim Makler
MarkenführungGebunden an Corporate IdentityFreie eigene Marke
KarriereStufenmodell, an Umsatz und Recruiting gekoppeltEigene unternehmerische Entwicklung
AufsichtIHK · § 34d Abs. 1 Nr. 1 GewOIHK · § 34d Abs. 1 Nr. 2 GewO
Die Vorteile im Detail

Zehn handfeste Gründe
für den Schritt.

Jeder einzelne Punkt hat eine konkrete wirtschaftliche oder rechtliche Konsequenz. In Summe ergibt sich aus ihnen der Unterschied zwischen einer Tätigkeit und einem Unternehmen.

01
Sachwalter des Kunden — nicht des Versicherers

Der BGH bezeichnet den Versicherungsmakler in ständiger Rechtsprechung als „treuhänderischen Sachwalter des Kunden". Daraus folgt die Pflicht und das Recht, ausschließlich im Kundeninteresse zu handeln — die stärkste Vertrauensposition, die das VVG vorsieht.

Höheres Kundenvertrauen, längere Bindung
02
Echter Marktzugang statt fester Anbieterliste

Über Pool-Anbindung (Fonds Finanz, JDC, BCA, blau direkt, Maxpool u. a.) und Direktverträge öffnet sich praktisch der gesamte deutsche Versicherungsmarkt — inklusive Speziallösungen und Industrieanbietern, die im Strukturvertrieb nicht vorgesehen sind.

Der bedarfsgerechte Tarif gewinnt
03
Volle Courtage statt verteilter Provision

Im Strukturvertrieb wird jede Abschlussvergütung entlang der Karrierehierarchie verteilt — abhängig von der Karrierestufe erreicht den Vermittler oft nur ein Bruchteil. Der Makler erhält die Courtage direkt — abzüglich einer transparenten Pool-Marge von 0–15 Prozent.

1,5- bis 2,5-fach so viel Marge
04
Eigener Bestand als bilanzierbarer Vermögenswert

Der wirtschaftlich gewichtigste Punkt. Ein Maklerbestand ist Unternehmensvermögen mit konkretem Marktwert — in der Praxis das 2- bis 3,5-fache der jährlichen Bestandscourtage. Er kann verkauft, beliehen, in eine GmbH eingebracht oder vererbt werden. Der Bestand eines Mehrfachagenten endet mit dem Vertrag.

Aus Arbeit wird messbarer Eigenwert
05
Datenhoheit am Kundenstamm

Der Makler arbeitet auf Basis einer schriftlichen Maklervollmacht — Bestandsdaten, CRM und Versicherer-Kommunikation laufen über ihn. Im Strukturvertrieb sind Daten und Kundenzugang oft an die Organisation gebunden, was beim Wechsel zur Hürde werden kann.

Der Kunde gehört dem Makler
06
Freie Markenführung und eigener Außenauftritt

Eigene Marke, eigene Website, eigene Nische — der Makler entscheidet selbst, wofür sein Unternehmen steht. Der Mehrfachagent ist regelmäßig an Corporate Identity, Kommunikationsrichtlinien und Kanäle der Vertriebsorganisation gebunden.

Spezialisierung wird möglich
07
Honorarberatung als zweites Standbein

Mit ergänzender Erlaubnis nach § 34h GewO kann ein Makler honorarbasierte Beratung anbieten — Bestandsanalysen, Altersvorsorge-Konzepte, Geschäftsführer-Beratung. Ein wachsender Markt, der im Strukturvertrieb nicht zulässig ist.

Provision plus Honorar
08
Unabhängigkeit von Quoten und Aktionstarifen

Keine Tarif-des-Monats-Kampagnen, keine Ziel­vorgaben nach Versicherer, keine Bonusquoten, die an Karrierestufen gekoppelt sind. Der Makler entscheidet rein nach Kundenbedarf — was die Stornoquote senkt und damit die Bestandsqualität und den späteren Verkaufspreis erhöht.

Weniger Storno, mehr Bestandswert
09
Strukturierte Dokumentation als Haftungsschutz

Die Beratungs- und Dokumentationspflicht aus § 61 VVG ist nur scheinbar Bürde — sie ist der wirksamste Haftungsschutz. Bei ordnungsgemäßer Dokumentation kehrt sich die Beweislast im Streitfall um, in Verbindung mit der Vermögensschadenhaftpflicht ergibt sich eine geschützte Beraterposition.

Mehr Beratungssicherheit
10
Verkauf, Nachfolge und Vererbbarkeit

Wenn der Tag kommt, an dem der Bestand übergeben werden soll — bei Renteneintritt, Umorientierung oder im Erbfall — entscheidet der Makler allein wann und an wen. Asset- oder Share-Deal, professionell bewertet und an passende Nachfolger vermittelt. Mehrfachagenten-Bestände dagegen sind in aller Regel nicht als Vermögenswert übertragbar.

Das Lebenswerk lässt sich monetarisieren
Was das wirtschaftlich bedeutet

Ein Rechenbeispiel
am gleichen Bestand.

Gleiche Person, vergleichbarer Kundenstamm, gleicher Spartenmix — einmal als Mehrfachagent in mittlerer Karrierestufe, einmal als eingetragener Versicherungsmakler. Modellannahmen, die im Einzelfall variieren — aber die Größenordnung ist eindeutig.

Modell A · Mehrfachagent
Strukturvertrieb, mittlere Karrierestufe
Jahres-Brutto-Vergütung180.000 €
Anteil, der den Vermittler erreicht~ 55 %
Bestandsbetreuung / Folgecourtage p. a.22.000 €
Kosten (Reisen, Beiträge, IT)~ 22.000 €
Netto-Jahresgewinn~ 121.000 €
Wert beim AusstiegBestand ist regelmäßig nicht eigenständig verkäuflich — Endwert in den meisten Modellen 0 €.
Modell B · Versicherungsmakler
Eigener Bestand, Pool-Anbindung
Jahres-Brutto-Courtage180.000 €
Pool-Marge (typischerweise)~ 10 %
Bestandsbetreuung / Folgecourtage p. a.40.000 €
Kosten (VSH, Pool, IT, Beiträge)~ 24.000 €
Netto-Jahresgewinn~ 198.000 €
Wert beim AusstiegBestandsverkauf an passenden Nachfolger — modellhaft 2,5–3,0× der Jahres-Bestandscourtage: ~ 100 – 120 T€.

Vereinfachtes Vergleichsbeispiel zur Illustration der Größenordnung. Tatsächliche Vergütungsmodelle der Strukturvertriebe und Pool-Konditionen unterscheiden sich erheblich; das individuelle Ergebnis hängt von Karrierestufe, Spartenmix, Pool, Eigenvertriebsanteil und Steuersituation ab. Wir rechnen es im Erstgespräch persönlich für Ihre Situation durch.

Am Ende geht es um das, was bleibt

Wer 30 Jahre Beratung leistet und am letzten Tag den Laptop zuklappt, sollte mehr hinterlassen als einen sauberen Bildschirm.

Im Strukturvertrieb bleibt nach Jahrzehnten Vertriebsarbeit typischerweise: nichts Verkäufliches. Wer den gleichen Weg als eingetragener Versicherungsmakler geht, hinterlässt einen Bestand mit messbarem Marktwert — ein Lebenswerk, das man übergeben, vererben oder verkaufen kann.

Genau diese Übergabe — diskret, fundiert bewertet, mit passendem Nachfolger aus einem qualifizierten Käuferpool — begleiten wir bei MaklerZukunft. Wir vermitteln ausschließlich Maklerbestände. Mehrfachagenten-Bestände können wir nicht verkaufen, weil sie keinen eigenständigen Marktwert haben. Das ist der praktischste Grund, früh den Schritt zu gehen.

Ramon HeinzeSpezialist Maklerbestände · MaklerZukunft
Zur 3-Säulen-Bewertung
Was der Schritt verlangt

Sieben Stationen
bis zur eigenen Maklererlaubnis.

Wir verschweigen nichts. Der Weg ist kein Selbstläufer — aber für jemanden mit Vertriebs- und Beratungserfahrung in 6 bis 12 Monaten gut machbar, in den meisten Fällen berufsbegleitend.

1

Sachkundeprüfung „Versicherungsfachmann/-frau (IHK)"

Eingangsqualifikation für die Erlaubnis nach § 34d. Wer aus dem Strukturvertrieb kommt, hat sie meist bereits.

Meist vorhanden
2

Vermögensschadenhaftpflicht

Mindestdeckung 1.276.000 € je Schadensfall, 1.919.000 € pro Jahr.

~ 400 – 1.500 € p.a.
3

Erlaubnisantrag bei der IHK

Antrag nach § 34d Abs. 1 Nr. 2 GewO mit Führungszeugnis, Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis und VSH-Nachweis.

2 – 6 Wochen
4

Eintragung im Vermittlerregister

Eintrag im DIHK-Vermittlerregister mit eigener Registriernummer — ab dem Tag darf vermittelt werden.

1 – 2 Wochen
5

Gewerbe und Rechtsform

Gewerbeanmeldung, Wahl der Rechtsform (Einzelunternehmen, GmbH, GbR, Holding) — abhängig von Wachstumsplänen und Steuersituation.

Einzelfall
6

Maklerpool-Anbindung

Auswahl eines passenden Pools — abhängig von Spartenmix, Volumen und Beratungsfokus. Es gibt keinen objektiv besten Pool, nur einen passenden.

Individuell
7

Kapitalreserve und sauberer Übergang

Empfehlung: 6 – 12 Monate liquide Reserve. Bestehende Kunden werden in der Regel nicht „mitgenommen", sondern eingeladen, in den neuen Maklerstatus zu wechseln — mit sauberer Planung gelingt das überwiegend.

Planungssache
Häufige Fragen

Was Mehrfachagenten
vor dem Schritt klären.

Die Themen, die in den meisten Gesprächen früh aufkommen — sachlich beantwortet, ohne Beschönigung.

Verliere ich beim Wechsel meinen Bestand?
Rechtlich differenziert: Bestehende Verträge bleiben beim ursprünglichen Versicherer und bei der ursprünglichen Vermittlerstelle — eine automatische „Mitnahme" gibt es nicht. In der Praxis ist es aber üblich und zulässig, die eigenen Kunden über den neuen Maklerstatus zu informieren und ihnen eine Maklervollmacht anzubieten. Wer das sauber und ohne Verstoß gegen Wettbewerbsklauseln macht, überführt einen erheblichen Teil des Kundenstamms in den neuen Status. Vertragliche Bindungen aus dem alten Vertrag (Wettbewerbsverbote, Abwerbeklauseln) sind im Vorfeld zu prüfen.
Wie lange dauert der Wechsel in der Praxis?
Wer die Sachkundeprüfung bereits hat — was bei den meisten Mehrfachagenten der Fall ist — kann den administrativen Teil (VSH, Erlaubnisantrag, Registereintrag, Gewerbeanmeldung, Pool-Anbindung) in 6 bis 12 Wochen abschließen. Wer sie noch braucht, plant 6 bis 12 Monate berufsbegleitende Vorbereitung ein.
Welcher Maklerpool ist der richtige?
Es gibt keinen objektiv besten Pool. Fonds Finanz, JDC, BCA, blau direkt, Maxpool, VEMA und andere haben jeweils Stärken in unterschiedlichen Sparten, Technologien und Vergütungsmodellen. Die richtige Wahl hängt vom Spartenmix, vom Beratungsfokus und vom gewünschten Maß an Eigenständigkeit ab. Wir besprechen das im Erstgespräch sachlich und ohne Vermittlerinteresse — wir empfehlen keinen Pool gegen Provision.
Wie verändert sich die Stornohaftung?
Die gesetzliche Stornohaftungszeit nach § 49 VVG beträgt 60 Monate — für Mehrfachagenten wie für Makler. Der praktische Unterschied liegt in der Vertragsstruktur: Im Strukturvertrieb gibt es häufig zusätzliche Storno-Reservekonten und verlängerte Haftungsmodelle. Beim Makler erfolgt die Storno-Abrechnung direkt mit dem Versicherer oder Pool — transparenter und meist günstiger.
Lohnt sich der Schritt finanziell wirklich?
Auf das Jahreseinkommen gerechnet meist nach 12 bis 24 Monaten — abhängig davon, wie viele Bestandskunden in den neuen Status mitkommen und wie schnell neue Maklerverträge zustande kommen. Der eigentliche wirtschaftliche Hebel liegt aber nicht im laufenden Einkommen, sondern im Vermögensaufbau: jeder Vertrag wird Teil eines verkäuflichen Vermögensgegenstands. Das ist der Unterschied zwischen Arbeit und Unternehmen.
Was, wenn ich später doch verkaufen möchte?
Genau dafür gibt es uns. MaklerZukunft begleitet Maklerinnen und Makler beim Verkauf ihres Bestands — diskret, fundiert nach der 3-Säulen-Methodik bewertet, mit passendem Nachfolger aus einem qualifizierten Käuferpool. Eine erste Schätzung können Sie über unseren Maklerbestand verkaufen Maklerbestand kaufen Maklerbestand bewerten Bewertungsrechner selbst vornehmen. Mehrfachagenten-Bestände vermitteln wir nicht — weil sie keinen eigenständigen Marktwert haben.
Was kostet der Wechsel insgesamt?
Die einmaligen Hartkosten sind überschaubar: Sachkundeprüfung 1.500 – 3.000 € (falls noch nicht vorhanden), Erlaubnisantrag und Registereintrag rund 200 – 400 €, Gewerbeanmeldung unter 50 €. Laufend: VSH (400 – 1.500 € p. a.), Pool-Beiträge (oft kostenfrei oder einstellige Eurobeträge pro Monat), Buchhaltung und ggf. Vereinsbeiträge (BiPRO, VOTUM, AfW). Der größte „Kostenpunkt" ist die finanzielle Reserve für die Übergangsphase.
Persönliches Gespräch

Ein Schritt, der Jahrzehnte wirkt —
verdient eine ehrliche Stunde.

Sprechen Sie unverbindlich mit uns. Wir rechnen Ihre persönliche Situation durch, zeigen die Stationen für Ihren Weg in den Maklerstatus auf und bewerten ehrlich, ob — und wann — der Schritt für Sie der richtige ist. Kein Verkaufsgespräch. Ein Fachgespräch.

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