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Maklerbestand bewerten:
Was ist Ihr Bestand wirklich wert?
„Zwei Jahrescourtagen" — diese Faustformel geistert seit Jahrzehnten durch die Branche und kostet Verkäufer regelmäßig fünf- bis sechsstellige Beträge. Die Wahrheit: Der Wert eines Maklerbestands ist so individuell wie der Bestand selbst. Hier erfahren Sie, wie eine seriöse Bewertung funktioniert.
Das 3-Säulen-Modell: drei Verfahren, eine belastbare Spanne
Ein einzelnes Bewertungsverfahren ist immer angreifbar — deshalb rechnen wir drei unabhängige Verfahren parallel und führen die Ergebnisse zu einer Kaufpreisspanne zusammen:
Säule 1 — Courtage-Multiplikator. Die Jahrescourtage wird mit einem spartenabhängigen Faktor multipliziert. Der Marktschnitt 2025 lag für Sach- und Haftpflichtbestände beim Faktor 3,5 — gepflegte Gewerbebestände erzielen mehr, storno-anfällige oder Kfz-lastige Bestände weniger. Das Verfahren ist der Marktstandard für reine Bestandsverkäufe.
Säule 2 — EBITDA-Bewertung. Für Maklerunternehmen mit Team und Strukturen zählt das bereinigte Betriebsergebnis: Der Markt zahlte 2025 im Schnitt das 8-Fache des EBITDA. „Bereinigt" heißt: Einmaleffekte und ein marktübliches Geschäftsführergehalt werden herausgerechnet — hier entscheidet sich oft, ob eine Bewertung seriös ist.
Säule 3 — Ertragswertverfahren (DCF). Die künftigen Zahlungsströme des Bestands werden prognostiziert und auf den heutigen Tag abgezinst. Dieses Verfahren belohnt Bestände mit stabilen, wiederkehrenden Courtagen und junger Kundenstruktur — und deckt auf, wenn ein hoher Courtage-Faktor auf wackligem Fundament steht.
Alle Formeln und Rechenwege zeigen wir transparent auf unserer Methodik-Seite.
Der BQS-Score: die Qualität hinter der Zahl
Zwei Bestände, gleiche Courtage, doppelter Preisunterschied — wie kann das sein? Die Antwort liegt in der Bestandsqualität. Unser Bestandsqualitäts-Score (BQS) verdichtet die wertbestimmenden Faktoren zu einer Kennzahl von 0 bis 100:
- Stornoquote — unter 2 % ist ein Gütesiegel, das Aufschläge rechtfertigt
- Spartenmix — wiederkehrende Sach-/Gewerbe-Courtage schlägt einmalige Abschlussprovision
- Kundenaltersstruktur — junge Bestände zahlen länger auf die Zukunft ein
- Vertragsdichte — mehrere Verträge pro Kunde bedeuten Bindung und Cross-Selling-Substanz
- Dokumentation & Digitalisierung — saubere Daten und schriftliche Maklermandate beschleunigen jede Due Diligence
- Inhaberabhängigkeit — je unabhängiger der Bestand von Ihrer Person läuft, desto wertvoller ist er für Käufer
Der BQS macht Preisverhandlungen transparent: Statt über Bauchgefühle zu streiten, sprechen Käufer und Verkäufer über belegbare Qualitätsfaktoren.
Der beste Zeitpunkt für die Bewertung? Jahre vor dem Verkauf.
Die meisten Makler lassen ihren Bestand erst bewerten, wenn der Verkauf ansteht — und verschenken damit ihren größten Vorteil: Zeit. Wer seinen BQS-Score fünf oder mehr Jahre vor dem geplanten Verkauf kennt, kann die Preishebel noch bewegen: Stornoquote senken, Maklerverträge nachdokumentieren, Datenqualität heben, Inhaberabhängigkeit reduzieren. In der Praxis lassen sich so 20 bis 40 Prozent Preisunterschied erarbeiten.
Eine frühe Bewertung ist deshalb keine Verkaufsentscheidung — sie ist Vermögensplanung. Sie erfahren, wo Ihr Lebenswerk heute steht, und bekommen eine konkrete Agenda, wie Sie seinen Wert gezielt steigern.
Vertiefung im Ratgeber: „Der richtige Zeitpunkt: Warum 5–10 Jahre Vorlauf der Standard sind" und „Die fünf teuren Mythen über den Bestandsverkauf". Wenn Sie verkaufen möchten, finden Sie den kompletten Ablauf auf Maklerbestand verkaufen.
Ihre Kaufpreisspanne — in 60 Sekunden
Jahrescourtage, Sparten, Stornoquote eingeben — der Rechner wendet alle drei Säulen an und zeigt Ihnen sofort Spanne und BQS-Tendenz. Ohne Registrierung, ohne Datenweitergabe.
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